You Did A Great Blow Job, Brigitte

Das letzte Mal, als ich mit der in Wien lebenden Designerin Christina Berger gesprochen habe, war vor über einem Jahr, als Vice nur einen unregelmäßig upgedateten Typepad-Modeblog hatte. Christina nennt ihre Kollektionen Auto:Erotik (Lips, Hips, Tits, Power,) und You Did A Great Blow Job, Brigitte, was auf einem symbolischen Oralsex-Szenario zwischen Brigitte Nielsen und Freddy Mercury basiert. Christina lernte bei Raf Simons und Veronique Branquinho, provokative Drucke und einfache Formen und Farben machen ihre Sachen aus, obwohl es immer ein tiefgründigeres Konzept gibt, das meistens etwas mit Sexualität und Konsum zu tun hat.

Vice: Hi Christina, das letzte Mal haben wir beinahe vor exakt einem Jahr miteinander gesprochen, was ist seitdem passiert?
Christina: Na ja, ich träume immer noch von einem gold-scheißendem Esel und einem Ritter in einem weißen Lamborghini. In der Zwischenzeit war ich auf einer Guerillatour durch London, Berlin und Paris.
Eine Guerillatour, was zum Teufel ist das?
Ich war in ungefähr 50 Geschäften, mit einer großen Tasche, auf der die Namen meiner Kollektionen gedruckt waren und mit dem ganzen Zeug und Katalogen. Allerdings waren die Geschäfte nicht von einem Designer beeindruckt, der einfach in ihre Läden stürmt und sie stehen auch nicht auf Risiken. Deswegen bleibe ich jetzt beim Onlineverkauf.
Wie ist es heutzutage in Wien?
Wien ist immer noch sehr intellektuell und verstaubt. Aber hier zu arbeiten ist leicht für mich. Ich habe über 5.000 Jobs nebenher, reinigen und arbeiten in Geschäften inbegriffen. Ich habe hier eine gute Produktionslinie und eine funktionierende Mode-Infrakstruktur aufgebaut.
Warte, du bist Putzfrau?
Ja. Ich putze Wohnungen und Fotostudios. Morgens arbeite ich immer in einem Geschäft und verkaufe Leder und Pelze und nachmittags bin ich dann in der Regel putzen. Das bedeutet, dass ich die Abende und morgens von 5 bis 8 Zeit habe, um mein eigenes Zeug zu machen.
Wow, okay. Erzähl mir was über deine Ausstellung HEAVEN, BUTT'N / = THREAD (free art.transl.) und was zur Hölle der Titel bedeutet?
Es war Teil des Festivals für Mode und Fotografie in Wien. Ich wollte den Besuchern zeigen, wie Mode zuerst in meinem Kopf erscheint und dann zum Endprodukt wird. Ich habe es als eine gigantische Gleichung angesetzt, daher kommt auch der Titel: die guten und schlechten Teile miteinander verbinden, was schließlich im Ergebnis Mode resultiert. Wir hatten riesige Holzpuzzles, mit denen die Besucher spielen konnten, dann gab es männliche Models, die Sport machten und wir hatten eine Alkoholverkostung.
.jpg)
Also ziehst du es vor, Mode lieber in einer Galerie als auf dem Laufsteg zu zeigen?
Na ja, das war nicht wirklich eine Präsentation meiner Kollektion, eher ein generelles Ding, aber ich mag Mode. Meiner Meinung nach wird sie gemacht, um getragen zu werden. Ich verstehe diese super durchstrukturierten, architektonischen Klamotten nicht, sie sind ein Alptraum. Ich bin eine Frau, kein Haus. Manchmal drängen mich die Leute in diese Kunstecke, was ich nicht richtig kapiere - weil ich echt tragbare Sachen machen, aber ich versuche es zu verstehen.
Also bist du regelmäßig bei der Fashion Week?
Eigentlich möchte ich wirklich saisonale Kollektionen vermeiden. Ich finde, man kann nur erfolgreich sein, wenn man seinen eigenen Weg findet, was auch bedeutet, dass man seine eigene Art der Präsentation findet. Ich mag es nicht, wenn man mich in diese starre Modebusiness-Struktur zwängt. Während der Fashion Week in Paris oder Berlin bin ich nur ein weiteres kleines Label.

Ich LIEBE die unsichtbaren Tennissocken. Ist das nur ein Einzelstück oder Teil einer ganzen Kollektion von unsichtbaren Klamotten?
Sie sind Teil meines kleinen CB Sexual Sportswear Projekt zusammen mit Badeanzügen, Hemden und Jacken.

Also, was kommt als nächstes?
Ich arbeite an einem anderen kleinen, etwas kommerzielleren Projekt über Design und traditionelle Kostüme und ich werde die Ponsterprints, die ich von jeder Kollektion mache, verkaufen. Alle fragen immer, ob sie die kaufen können, also warum nicht verkaufen.
Ergibt Sinn. Deine Arbeiten sind ziemlich sexuell, warum?
Hmm, Ich habe niemals darüber nachgedacht. Ich schätze, es ist etwas, das mich interessiert. Ich empfinde meine Kollektion nicht als sexy, ich mag es mit Klischees zu spielen, aber immer auf humorvolle oder politische Art, nicht ernsthaft sexy. Ich mache auch Sachen für echte Frauen, die vor ihrer Sexualität und ihren weiblichen Formen keine Angst haben. Eine ganze Menge der Mode da draußen scheint sich wegen Titten zu schämen. Ich denke, es ergibt keinen Sinn, wenn man super dürren Teenie-Mädchen angebliche sexy Kleider anzieht. Die Art, wie ich das sehe, ist: Viel Arsch heißt viel Freude!
Kämpfst du bewusst gegen Mode an oder lachst du einfach nur darüber?
Ich denke, es ist beides. Ich brauche Regeln, die ich brechen kann. Andernfalls bin ich gelangweilt, und neben diesen ganzen ermüdenden täglichen Modepflichten will ich mich amüsieren. Und natürlich auch ein bisschen provozieren, ha!
NINA BYTTEBIER




22quadrat
August 19, 2010 03:53pm
WIR LIEBEN CHRISTINA!! ROCK ON!!